Aus dem Vortrag des Polizeibeamten für Trickbetrügerprävention

Gefahren an der Haustür

Die Täter werden immer versuchen, in die Wohnung hinein zu kommen, z.B. ein falscher

Wasserwerker will den Wasserdruck in der Wohnung überprüfen. Das Opfer soll im Bad an der

laufenden Brause bleiben, während der Täter in der Küche den Wasserhahn aufdrehen will. In dieser

Zeit kann der Täter einen Mittäter in die Wohnung lassen, oder selbst die Wohnung durchsuchen.

Ein Bewohner arbeitet im Vorgarten und wird dort von einem falschen Handwerker in

Handwerkskleidung angesprochen, der bietet an, die Einfahrt mit einem Hochdruckreiniger für 100€

abzuspritzen. Nach 30 Minuten hat er seine (schlechte) Arbeit beendet und will 1.000€ in bar für seine Arbeit haben.

Die Beweislage für den Bewohner ist schwierig.

 

Nachbarn können beobachten und den Täter ansprechen, können eine Rechnung von ihm anfordern.

Täter werden niemals eine Rechnung ausstellen, sie wollen immer Bargeld!

Niemals „Handwerker“ arbeiten lassen, die an der Haustür klingeln!

Einschleichdiebstahl: während die Bewohner im Garten arbeiten, steht meistens eine Nebentür offen.

Ein Täter verwickelt den Bewohner in ein Gespräch, während ein zweiter Täter ins Haus geht. Bei

Gartenarbeit immer alle Türen abschließen!

 

 

Gefahren am Telefon

Telefonanbahnung: z.B. eine telefonische Gewinnbenachrichtigung. Wenn auf dem Telefon-Display

eine unbekannte Nummer angezeigt wird, den Hörer abnehmen und nichts sagen. Wenn ein Mensch

dran ist, wird er sich melden. Ist ein Computer dran, erkennt er nicht, dass der Hörer abgenommen

wurde und spielt sein Band nicht ab.

 

Eine Telefonnummer kann manipuliert werden. Bei gespeicherten Telefonnummern erscheint meist

der dazugehörige Name.

Keine Telefonnummer zurückrufen, die man nicht kennt!

Bei einer Gewinnbenachrichtigung muss man meist in Vorleistung gehen, z.B. im Supermarkt eine

Amazon-Karte für 200€ kaufen.

Hinweis: Telefonnummern von Verwandten/Bekannten neben das Telefon legen, damit sie schnell

kontrolliert werden können.

Microsoftbetrug: Der Anruf erfolgt meist in englischer Sprache. Niemals Anrufern einen Zugriff auf

den eigenen Computer erlauben! Sofort auflegen! Microsoft ruft niemals Endkunden an!

 

Enkeltrick, ein Verwandter ruft an. Der Anruf beginnt meist mit „rate mal, wer ich bin!“ So werden

Informationen gesammelt.

Falscher Polizeibeamter. Meist werden vom Täter aus dem Telefonbuch ältere Menschen, 70+,

herausgesucht, mit kurzer Telefonnummer (sie haben die Nummer schon lange), mit vollständigem

Namen, Vornamen, die vor 80 Jahren aktuell waren, die mit voller Adresse im Telefonbuch stehen.

Bei den Deutschen Tele-Medien kann man Name und Adresse aus dem Telefonbuch streichen

lassen. https://kundencenter.telekom.de/kundencenter/kundendaten/telefonbucheintrag/index.html

Gibt sich jemand als Polizist aus, der keiner ist, dann ist das Amtsanmaßung. Bei Anzeige muss für

jeden Anruf eine Anzeige geschrieben werden. Meistens werden die Verfahren eingestellt, da sie zu

keinem Erfolg führen.

Die Anrufe kommen meistens aus der Türkei. Der falsche Polizist berichtet am Telefon z.B. von einem

Gewalttäter in der Nähe und bittet darum, alle Fenster und Türen geschlossen zu halten. Später wird

ein Polizist (in Zivil) vorbeikommen, um die Wertsachen sicher zu stellen.

Nur die Kripo kommt in Zivil. Polizisten tragen immer Uniform und kommen mit ihrem Dienstwagen.

Ihre Uniform ist ihr Polizeiausweis. Ein Dienstausweis ist für einen Leien nicht zu erkennen.

Der Täter will immer Bargeld haben, übt Druck aus, fordert Geld von der Bank abzuholen. Der Täter

lässt sich die Handynummer vom Opfer geben, ruft ihn ständig an, macht Druck, manchmal hört er

das Gespräch mit, das das Opfer mit den Bankangestellten am Schalter führt.

 

Bankangestellte geben oft keine 5.000€ Bargeld raus, wenn das Opfer sonst nur kleinere Beträge

abholt.

Bei einem solchen Anruf niemals sofort aktiv werden. Auflegen – Überlegen – mit jemandem darüber

sprechen.

Selbst wenn die Polizei den Geldabholer erwischt, ist das nur das kleinste Licht. Die Köpfe der

organisierten Kriminalität sitzen meist im Ausland.

Hinweis: Die Polizei fordert niemals Bargeld oder Wertsachen!

Schockanruf: WhatsApp-Anruf/Nachricht von unbekannter Nummer. Z.B. ruft der angebliche Sohn

des Opfers an, sein Handy sei kaputt, er habe ein neues Handy mit einer neuen Telefonnummer.

Bitte des Täters, die neue Telefonnummer abzuspeichern. Da er eine neue Telefonnummer hat,

funktioniere sein online-banking nicht über sein Smartphone.

Der „Sohn“ erbittet z.B. 1.600€ für ein neues Laptop auf ein Fake –Konto zu überweisen.

Diese Einrichtung ist leicht bei online-Banken, geht schnell, geht auch aus dem Ausland mit DE-IBAN.

Falls man Geld überwiesen hat, sofort Kontakt zur eigenen Bank aufnehmen, die das Geld zurückholen kann.